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Kryptologie (Vorlesung 2)

Skript-AnfangSkript – Seite 7
Skript-EndeSkript – Seite 11

CAECAR

  • 2 Tabellen übereinander legen und Buchstaben-Paare aus Klar und Geheim verbinden
  • Kerckhoff-Prinzip
  • 26 Schlüssel existieren (=Schlüsselraum)

Erweiterter CAECAR (Bsp. 1.10)

  • Beliebiges Ersetzen von Buchstaben vergößert den Schlüsselraum
  • Siehe auch Abbildung Seite 8
  • CAECAR = z.B.: QDSQDZ
  • Anzahl der Schlüssel
    • 1. Buchstabe kann durch 26 mögliche Buchstaben ersetzt werden
    • 2. Buchstabe kann durch 25 mögliche Buchstaben ersetzt werden
    • ..
    • 26. Buchstabe kann durch 1 möglichen Buchstaben ersetzt werden
    • = 26! bzw. 288 mögliche Schlüssel (1*2*3*..*24*25*26 = 403.291.461.126.605.635.584.000.000)
  • Möglicher Angriff über die relative Häufigkeit von Buchstaben in sinnvollen deutschen Texten

Angriffsverfahren – Relative Häufigkeit von Buchstaben

  • Die relativen Häufigkeiten werden beim Chiffrieren übernommen, z.B.: E → S
  • S kommt im Chiffretext genauso häufig vor wie E im Klartext
  • Welcher Buchstabe kommt am häufigsten vor? (ursprünglich E)
  • Welcher Buchstabe kommt am zweithäufigsten vor? (ursprünglich N)
  • Durch geschicktes Betrachten des Textes können die Buchstaben fortlaufend entziffert werden
  • Auch das Austauschen von Leerzeichen und Satzzeichen kann über das Verfahren dechiffriert werden
  • Solche Angriffe werden auch statistische Angriffe genannt
  • Siehe auch Tabelle auf Seite 9

Weitere Ansätze

  • Jedes x-te E durch einen anderen Buchstaben ersetzen (Enigma)
  • Buchstaben auffüllen nach bestimmten Raster (einfügen an Positonen 1, 3, 5, .. , etc.)
  • Ersetzen von Buchstabenpaaren

Buchstabenpaare ersetzen

  • AB → XZ
  • AA → ZT
  • Nicht sicher! → Brechen über Bigrammhäufigkeit (en, ss, ch, tr)

Sicheres Verschlüsselungsverfahren (Bsp 1.11)

  • Klartexte sind Bitstrings x=(x1, … , xn) ∈ {0,1}n
  • Kodierung über ASCII-Code
    • A = 01000001
    • B = 01000010
    • C = 01000011
  • Schlüssel (k1, … , kn) ∈ {0, 1}n
  • Verschlüsselungsfunktion: F = {0, 1}n x {0, 1}n → {0, 1}n; (x, k) → x ⊕ k
  • ⊕ ist die komponentenweise Addition modulo Z
  • (x1 , … , xn) ⊕ (k1 , … , kn) = (x1 ⊕ k1 , … , xn ⊕ kn)
    • 0 ⊕ 0 = 0
    • (1 ⊕ 0) = (0 ⊕ 1) = 1
    • 1 ⊕ 1 = 0
    • XOR
  • Absolut sicher → nicht knackbar mit endlichen Ressourcen

Sicherheitsdiskussion

  • Angreifer kennt Chiffretext
  • y = (y1, … , yn)
  • Ziel des Angreifers ist die Rekonstruktion des Klartextes (ohne Kenntnis des Schlüssels)

Verfahren

  • Schlüssel k = (k1 , … , kn)
  • Schlüssel ist zufällig gewählt, d.h. für alle ? ? ? gilt Pr(x ⊕ k = y) = (1/2)n
  • Länge von Schlüssel und des Text sind gleich lang
  • Für xi = 0 → Pr(yi = 0)
    • xi ⊕ ki
    • 0 ⊕ ki
    • = Pr(ki=0) = 1/2
  • Für xi = 1 → Pr(yi = 0)
    • xi ⊕ k_i
    • 1 ⊕ ki
  • → Pr(yi = 0) = 1/2
  • → Pr(yi = 1) = 1/2
  • unabhängig von xi

Vorteile/Merkmale

  • unabhängig von xi → y enthält keinerlei Informationen über x
  • Im informationstechnischen Sinne bedeutet dies Absolut sicheres Verschlüsselungsverfahren
  • Selbst ein Angreifer mit unbeschränkten Ressourcen (Ressourcenkapazität und Zeit) kann den Klartext nicht ermitteln

Nachteile

  • Idee: Den selben Schlüssel für alle Texte nutzen
  • Dann gilt:
    • y1 ⊕ y2 = (x1 ⊕ k) ⊕ (x2 ⊕ k) = x1 ⊕ x2
    • y2 ⊕ y3 = x2 ⊕ x3
    • y1 ⊕ y3 = x1 ⊕ x3
  • Je mehr Texte mit dem selben Schlüssel verschlüsselt sind, desto schneller/einfacher wird das Verfahren geknackt

Angriff:

  • Ermittle alle sinnvollen Zeichenkombinationen für x1
  • Wähle eine aus (Annahme/Raten, diese ist der ursprüngliche Klartext)
  • Berechne x2 = x1 ⊕ x2 ⊕ x1
  • Berechne x3 = s.o.
  • Prüfe, ob x2 und x3 sinnvolle Kombinationen sind
  • Man muss den Schlüssel nicht identifizieren, wir rechnen mittels XOR die Texte gegeneinander und prüfen, ob sinnvolle Texte dabei entstehen.

Ergebnis C.E. Shannon (1948)

  • siehe Satz 1.2

Wie messen wir Sicherheit?

  • Sicherheitsniveau von n Bit heißt, ein Angreifer benötigt 2n Versuche um das Verfahren zu brechen
    • Durchsuchen des Schlüsselraums
    • Anwendung anderer kryptographischer Methoden
  • Heute gefordertes Sicherheitsniveau = 128 bit (also insbesonders Schlüssellänge = 128 bit)
  • Sicherheit hängt primär von der Stärke des Algorithmus ab
  • Auch zu berücksichtigen
    • konkrete Implementation des Algorithmus
    • Hintergrundsysteme (z.B.: Zuordnung der Schlüssel zu Personen, Sicherung der Schlüssel)

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