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Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre (Vorlesung 14)

Skript-Anfang6-Kontrahierungspolitik – Seite 1
Skript-Ende6-Kontrahierungspolitik – Seite 5

Kontrahierungspolitik (auch Preispolitik oder Entgeltpolitik

  • Eines der vier Aktionsinstrumente des Marketing-Mixes
  • Maßnahmen der Gestaltung des Preis-Leistungs-Verhältnisses einer Ware / Dienstleistung
  • Preisfestlegung und -änderung
  • Rabattgewährung (Rabatt)
  • Preisdifferenzierung
  • Gestaltung der Zahlungskonditionen

Strategien

Hochpreisstrategie

  • Herstellung kostet 1000€, aber Verkaufspreis liegt bei 25.000€ (z.B. Autos oder Uhren)
  • Image
  • Exklusivität
  • Qualität

Niedrigpreisstrategie

  • Schnelle Marktdurchdringung → danach folgt Preisanpassung
  • Hohe Fixkostendegression
  • Markteintrittsbarriere überwinden („Warum soll ich bei dem Neuen kaufen?“)
  • Gefahr als „Ramsch“ abgestempelt zu werden

Abschöpfungsstrategie

  • Bereitschaft des Kunden mehr zu zahlen nutzen um höhere Marktpreise durchzusetzen (Skimming)
  • Innovatives / gefragtes Produkt teuer auf den Markt bringen
  • Konsumentenrente so gering wie möglich halten
  • Geringere Absatzzahlen decken sich durch höhere Deckungsbeiträge

Zwischenübung

Frage:
Für wen ist eine niedrige Auslastung (bedingt durch geringe Verkaufszahlen) am Schlimmsten?

Antwort:
Für Waren mit einer großen Fixkostenproduktion. Mögliche Gegenmaßnahme ist kurzfristig die Preise der Preisuntergrenze anzunähern. Zwar wird weniger Deckungsbeitrag generiert, aber die Fixkosten können unter Umständen gedeckt werden.

Begriffe

Fixkosten

  • Feste Monatliche Kosten (verändern sich nicht / nicht steuerbar)
  • Miete
  • Fabrikationsanlagen

Fixkostendegression

  • Aufteilung der Fixkosten auf die Ausbringungsmenge (Produktionsmenge)
  • Gesamte Stückkosten nehmen mit jeder neu produzierten Einheit ab und nähern sich den variablen Kosten an

Markteintrittsbarriere

  • Hürde, die man Bewältigen muss um Fuß am Markt zu fassen
  • Patente
  • Konkurrenz
  • Monopole

Deckungsbeitrag

  • Differenz zwischen den erzielten Erlösen (Umsatz) und den variablen Kosten
  • db(Deckungsbeitrag pro Mengeneinheit) = p(Stückpreis)-kv(variable Stückkosten)
  • DB(Deckungsbeitrag) = E(x) (Erlös in Periode x) – Kv (Variable Kosten in Periode) = db * Menge

Kurzfristige Preisuntergrenze (PUG / PUK)

  • Preis, der genau die variablen Stückkosten deckt (Variable Kosten geteilt durch Absatzmenge)
  • In Betrachtung der gesamten fixen Kosten ergibt sich dann ein Verlust
  • Beispiel:
    • Material kostet 100€ pro Stück
    • Produktionskosten liegen bei 10€ pro Stück (Arbeitsleistung der Mitarbeitet nicht eingerechnet!)
    • Produkt wird für 110€ verkauft (Preisuntergrenze)
    • Die Kosten für den Mitarbeiter sind dabei nicht gedeckt, ergo ergibt sich am Ende der Periode ein Minus
  • Nicht langfristig durchführbar, irgendwann holen einen die Fixkosten wieder ein →Liquiditätsprobleme →Gefahr der Insolvenz?

Listenverkaufspreis

  1. Materialkosten = Materialeinzelkosten + Materialgemeinkosten (Rechenweise 1)
    • Materialeinzelkosten = 200,00€
    • Materialgemeinkosten = 5%
    • Materialkosten = 200,00€ * (1 + 0.05) = 210,00€
  2. Fertigungskosten = Fertigungslöhne + Fertigungsgemeinkosten (Rechenweise 1)
  3. Herstellkosten = Materialkosten + Fertigungskosten (Rechenweise 1)
  4. Selbstkosten = Herstellkosten + Verwaltungs und Vertriebsgemeinkosten (Rechenweise 1)
  5. Barverkaufspreis = Selbstkosten + Gewinn (Rechenweise 1)
  6. Zielverkaufspreis = Barverkaufspreis + Kundenskonto (Rechenweise 2)
    • Barverkaufspreis = 200,00€
    • Kundenskonto = 5%
    • Zielverkaufspreis = (200,00€/(95))*100 = 210,53 €
  7. Listenverkaufspreis = Barverkaufspreis (100 -% des Kundenrabatt) + Kundenrabatt (Rechenweise 2)

Konsumentenrente

  • Differenz aus dem Preis, den der Konsument für ein Gut zu zahlen bereit ist und dem Preis, den er am Markt tatsächlich zahlen muss

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