Maximilian Krieg
Wissen, Technik & Erfahrungen
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Palo Alto Networks Panorama ist die zentrale Management-, Konfigurations- und Monitoring-Plattform für Palo Alto Networks Next-Generation Firewalls. Panorama reduziert den administrativen Aufwand insbesondere in Umgebungen mit mehreren Firewalls und ermöglicht eine konsistente Verwaltung von Konfigurationen, Security Policies, Updates und Logs.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt und redaktionell geprüft.
Für das grundlegende Verständnis sind vor allem vier Bereiche relevant:
| Bereich | Aufgabe |
|---|---|
| Device Groups | Zentrale Verwaltung von Policies und Objects |
| Templates / Template Stacks | Zentrale Verwaltung von Device- und Network-Einstellungen |
| Log Collectors / Collector Groups | Zentrale und skalierbare Log-Sammlung |
| RBAC | Delegation administrativer Berechtigungen |
Diese Bereiche sind weitgehend unabhängig voneinander strukturiert. Eine Firewall kann beispielsweise einer bestimmten Device Group angehören und gleichzeitig über einen Template Stack eine vollkommen anders aufgebaute Konfigurationshierarchie erhalten.
Panorama stellt drei wesentliche Funktionsbereiche bereit.
| Funktionsbereich | Beschreibung |
|---|---|
| Centralized Configuration and Deployment | Zentrale Konfiguration und Verwaltung von Firewalls |
| Centralized Logging and Reporting | Aggregation, Analyse und Auswertung von Logs |
| Distributed Administration | Delegation administrativer Aufgaben mittels RBAC |
Darüber hinaus können über Panorama unter anderem folgende Aufgaben zentral durchgeführt werden:
Panorama ersetzt dabei nicht die eigentliche Firewall-Funktion. Die Firewalls bleiben für die Verarbeitung und Kontrolle des Netzwerkverkehrs verantwortlich.
Panorama kann als Virtual Appliance oder als dedizierte M-Series Appliance betrieben werden.
Die Panorama Virtual Appliance kann unter anderem auf folgenden Plattformen betrieben werden:
Abhängig von Ressourcen, Betriebsmodus und Lizenzierung kann eine virtuelle Panorama-Appliance unterschiedliche Größenordnungen von Firewalls verwalten. Aktuell stehen Lizenzen im Management-Only-Modus für 25, 100 und 1.000 Firewalls zur Verfügung; entsprechend dimensionierte virtuelle Appliances unterstützen bis zu 2.500 Firewalls.
M-Series Appliances sind dedizierte Hardwareplattformen für Panorama.
Aktuelle Modelle umfassen:
Insbesondere M-600 und M-700 sind für größere Installationen ausgelegt und können im Management-Only-Modus bis zu 5.000 Firewalls verwalten.
Die Rolle eines Panorama-Systems wird wesentlich durch seinen Betriebsmodus bestimmt.
| Modus | Management | Lokale Log Collection | Typischer Zweck |
|---|---|---|---|
| Panorama Mode | ✓ | ✓ | Kombiniertes Management und Logging |
| Management Only Mode | ✓ | – | Dedizierter Management Server |
| Log Collector Mode | – | ✓ | Dedicated Log Collector |

Hinweis: Der frühere Legacy Mode wird seit dem 1. September 2025 nicht mehr unterstützt.
Für die Konfigurationsverwaltung sind zwei Konzepte besonders wichtig:
Diese Trennung gehört zu den wichtigsten Grundprinzipien von Panorama.
Templates dienen primär zur zentralen Konfiguration der Einstellungen, die auf der Firewall unter Device und Network zu finden sind.
Typische Beispiele:
Ein Template bildet dabei einen wiederverwendbaren Konfigurationsbaustein.
Beispielhafte logische Aufteilung:
Global-BaseRegion-EMEASite-DarmstadtDadurch müssen gemeinsame Einstellungen nicht für jede Firewall separat gepflegt werden.
Ein Template Stack kombiniert mehrere Templates.
| Priorität | Template | Inhalt |
|---|---|---|
| 1 | Site-Darmstadt | standortspezifische Konfiguration |
| 2 | Region-EMEA | regionale Konfiguration |
| 3 | Global-Base | globale Basiswerte |
Die Reihenfolge ist relevant:
Das ermöglicht ein Layering-Prinzip:
Global < Region < Funktion < Standort
Templates und Template Stacks unterstützen Variablen.
Variablen dienen als Platzhalter beispielsweise für:
Damit lässt sich eine gemeinsame Konfigurationsstruktur verwenden, obwohl einzelne Firewalls unterschiedliche Werte benötigen.
Device Groups gruppieren Firewalls, die gemeinsame Policies und Objects verwenden sollen.
Mögliche Gruppierungskriterien:
Innerhalb einer Device Group werden insbesondere verwaltet:
Device Groups können hierarchisch aufgebaut werden.
Dadurch können übergeordnete Device Groups gemeinsame Policies und Objects bereitstellen, während untergeordnete Device Groups spezifischere Konfigurationen ergänzen.
Beispiel:
| Ebene | Device Group | Zweck |
|---|---|---|
| 0 | Shared / Global | unternehmensweite Vorgaben |
| 1 | EMEA | regionale Vorgaben |
| 2 | Germany | länderspezifische Vorgaben |
| 3 | Branch | standortspezifische Policies |
Die Device-Group-Hierarchie sollte daher nicht lediglich die physische Standortstruktur abbilden. Sie beschreibt primär, welche Firewalls gemeinsame Policies und Objects erben sollen.
Die Unterscheidung lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:
| Fragestellung | Panorama-Konzept |
|---|---|
| Welche Security Policy soll gelten? | Device Group |
| Welche Address Objects werden verwendet? | Device Group |
| Wie ist ein Interface konfiguriert? | Template |
| Welche Zone existiert? | Template |
| Wie ist die Netzwerk-/Device-Konfiguration aufgebaut? | Template |
| Welche gemeinsamen Einstellungen sollen kombiniert werden? | Template Stack |
Device Groups definieren primär, was die Firewall durch Policies durchsetzen soll. Templates definieren, wie die Firewall als System und im Netzwerk konfiguriert ist. Eine Firewall wird deshalb typischerweise sowohl einer Device Group als auch einem Template Stack zugeordnet.

Bei größeren Panorama-Umgebungen muss auch die Größe der gesamten Konfiguration berücksichtigt werden.
Die Konfigurationsgröße beeinflusst insbesondere:
Im Panorama Mode unterstützt der Panorama Management Server aktuell eine Gesamtkonfigurationsgröße von 80 MB für Templates, Device Groups und Panorama-spezifische Konfigurationen. Im Management-Only-Modus hängt das unterstützte Maximum von Plattform beziehungsweise zugewiesenen Ressourcen ab.
Seit PAN-OS 11.1 überwachen Panorama und verwaltete Firewalls die Konfigurationsgröße aktiv.
Auf Panorama lässt sich unter anderem prüfen:
Die Überwachung sollte Bestandteil des regulären System-Health-Monitorings sein.
Panorama kann Logs verwalteter Firewalls zentral aggregieren und für Analyse und Reporting bereitstellen. Damit entsteht eine zentrale Sicht auf Traffic, Benutzeraktivitäten und Security Events. Gleichzeitig stehen Konfigurationsänderungen für Auditing-Zwecke zentral zur Verfügung.
Panorama unterscheidet zwei grundlegende Collector-Typen.
| Typ | Beschreibung |
|---|---|
| Local Log Collector | Logging-Funktion auf dem Panorama Management Server |
| Dedicated Log Collector | Eigenständiges System im Log Collector Mode |
Dedicated Log Collectors sind insbesondere für größere Umgebungen interessant, weil Management und Log-Verarbeitung unabhängig voneinander skaliert werden können.
Ein oder mehrere Managed Collectors werden zu einer Collector Group zusammengefasst.
Eine Collector Group kann aktuell aus 1 bis 16 Managed Collectors bestehen.
Die Collector Group:
Bei mehreren Dedicated Log Collectors verteilt Panorama die Logs über die vorhandenen Systeme.
Ein Design mit mehreren Collectors benötigt besondere Aufmerksamkeit.
Palo Alto Networks empfiehlt bei einer Collector Group mit mehreren Collectors mindestens drei Log Collectors. Zwei Collectors werden unterstützt, die Collector Group wird jedoch non-operational, wenn einer der beiden ausfällt.
Optional kann Log Redundancy aktiviert werden.
Dabei:
Diese Eigenschaften müssen später bei der Dimensionierung der Logging-Architektur berücksichtigt werden.
Firewalls speichern Logs standardmäßig zunächst lokal.
Für zentrale Analyse können Logs weitergeleitet werden an:
Für externe Archivierung oder Analyse sind außerdem unter anderem möglich:
Standardmäßig erfolgt die Log-Übertragung über das Management Interface. Alternativ kann eine dedizierte Service Route verwendet werden.
Panorama kann aggregierte Daten für zentrale Reports verwenden.
Möglichkeiten umfassen:
Panorama stellt mehr als 40 vordefinierte Reports bereit. Die Daten können aus der Panorama-/Collector-Infrastruktur oder direkt von den verwalteten Firewalls abgefragt werden.
Damit ist zentrale Sichtbarkeit auch möglich, wenn nicht sämtliche Detail-Logs dauerhaft auf Panorama gespeichert werden.
Panorama kann zusätzlich als zentrale Infrastruktur für Data Redistribution eingesetzt werden.
Das ist insbesondere in größeren Umgebungen relevant, in denen mehrere Firewalls identische Informationen benötigen.
Redistribuiert werden können beispielsweise Informationen für:
Das Prinzip:
Dadurch müssen nicht zwischen allen Firewalls separate Redistribution-Verbindungen aufgebaut werden.
Subnetze, IP-Ranges und Regionen können zusätzlich verwendet werden, um die verteilten Informationen einzuschränken und damit Netzwerk- und Gerätekapazitäten effizienter zu nutzen.

Panorama unterstützt eine granulare rollenbasierte Administration.
Das RBAC-Modell setzt sich im Wesentlichen zusammen aus:
Jeder Administrator besitzt:
Palo Alto Networks empfiehlt individuelle Administrator-Accounts anstelle einer gemeinsamen Verwendung des vordefinierten admin-Accounts. Dadurch lassen sich administrative Aktionen eindeutig zuordnen und auditieren.
Administrative Roles bestimmen, was ein Administrator tun darf.
Panorama unterscheidet unter anderem:
| Rollentyp | Beschreibung | Berechtigungen / Beispiele | Verhalten bei neuen Funktionen |
|---|---|---|---|
| Dynamic Roles | Von Panorama vordefinierte administrative Rollen | Superuser, Superuser (read-only), Panorama Administrator | Die Rollendefinition wird automatisch um Berechtigungen für neue Funktionen erweitert. |
| Admin Role Profiles | Benutzerdefinierte Rollen zur granularen Steuerung administrativer Berechtigungen | Read/Write, Read Only, No Access | Neue Funktionen müssen bei Bedarf manuell in den Rollen berücksichtigt und freigegeben werden. |
Neue Funktionen werden bei Custom Roles nicht automatisch freigegeben. Nach Software-Upgrades sollte daher geprüft werden, ob bestehende Custom Roles angepasst werden müssen.
Access Domains beantworten eine andere Frage:
Wo darf ein Administrator administrieren?
Sie begrenzen den Zugriff auf:
Access Domains gelten für Administratoren mit Device Group and Template Roles.
Damit lassen sich beispielsweise Verantwortlichkeiten nach Region oder Organisationseinheit trennen:
| Administrator | Rolle | Access Domain |
|---|---|---|
| Global Security | Policy Read/Write | Global |
| EMEA Operations | Device/Network Read/Write | EMEA |
| Auditor | Read Only | Global |
| Branch Admin | eingeschränkt | Branches |
Das Grundprinzip lautet damit:
Panorama unterstützt lokale und externe Authentifizierungsverfahren.
Authentication Profiles definieren den Dienst, mit dem Administrator-Credentials validiert werden.
Mögliche Verfahren umfassen unter anderem:
Bei SAML, TACACS+ und RADIUS kann neben der Authentifizierung auch die Autorisierung über den externen Dienst erfolgen. Panorama kann dabei beispielsweise Attribute beziehungsweise VSAs auf lokale Rollen und Access Domains abbilden.
Eine Authentication Sequence kombiniert mehrere Authentication Profiles in einer festgelegten Reihenfolge.
Beispiel:
Panorama prüft die Profile nacheinander. Erst wenn die Authentifizierung über alle Profile fehlschlägt, wird der Zugriff abgelehnt.
Wie PAN-OS arbeitet Panorama mit unterschiedlichen Konfigurationszuständen.
| Zustand | Bedeutung |
|---|---|
| Candidate Configuration | aktuell bearbeitete, noch nicht aktivierte Konfiguration |
| Running Configuration | durch Commit aktivierte Konfiguration |
Eine Änderung in der Weboberfläche bedeutet daher noch nicht automatisch, dass diese Änderung aktiv ist.
Beim Arbeiten mit Panorama muss zwischen zwei Vorgängen unterschieden werden:
| Vorgang | Beschreibung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Commit to Panorama | Candidate Configuration wird auf Panorama committed. | Änderungen werden Bestandteil der Running Configuration von Panorama. |
| Push to Devices | Panorama verteilt die relevanten Konfigurationen an die ausgewählten verwalteten Systeme. | Die Panorama-Konfiguration wird auf den entsprechenden Firewalls aktiviert. |
Daraus ergibt sich konzeptionell:
Das ist insbesondere wichtig, weil ein Commit auf Panorama nicht automatisch bedeutet, dass eine Änderung bereits auf allen Firewalls aktiv ist.
Panorama stellt zusätzliche Funktionen bereit, um Änderungen vor beziehungsweise während des Rollouts zu kontrollieren.
| Funktion | Zweck |
|---|---|
| Preview | Änderungen vor der Aktivierung beziehungsweise Verteilung überprüfen |
| Validate | Konfiguration auf Gültigkeit prüfen |
| Commit | Candidate Configuration zur Running Configuration machen |
| Push | relevante Konfiguration an verwaltete Systeme übertragen |
Änderungen können dabei unter anderem nach folgenden Kriterien gefiltert werden:
Diese Mechanismen bilden später eine wichtige Grundlage für kontrollierte Change- und Deployment-Prozesse.
Vor einer konkreten Panorama-Inbetriebnahme sollten die beschriebenen Konzepte nicht isoliert betrachtet werden. Sie bilden gemeinsam das spätere Panorama-Design.
Die Elemente umfassen:
Diese Konzepte sollten vor der eigentlichen Inbetriebnahme verstanden und in ein konsistentes Zielbild überführt werden. Die konkrete Planung von Plattform, Sizing, HA, Device-Group-Hierarchie, Templates, Logging, Firewall-Onboarding und Rollout kann darauf anschließend aufbauen.
Grundlage dieses Beitrags ist die aktuelle offizielle Dokumentation von Palo Alto Networks: