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Alte Beiträge aus der Studienzeit wiederbelebt

Beim Aufbau meines aktuellen Blogs auf Basis von WordPress wollte ich auch einige Beiträge aus meinem alten Blog wieder mitnehmen. Dabei ging es mir weniger darum, die alten Inhalte vollständig zu übernehmen, sondern vielmehr um ein Stück Nostalgie und die Möglichkeit, gelegentlich noch einmal Informationen aus früheren Beiträgen nachzuschlagen.

Das Problem: Das alte System war bereits seit Jahren nicht mehr aktiv. Übrig geblieben war lediglich ein Backup der damaligen Joomla-Installation.

Ausgangslage

Mein alter Blog basierte auf Joomla 3.6.5 und wurde zuletzt ungefähr 2017 betrieben. Glücklicherweise hatte ich damals mit Akeeba Backup eine vollständige Sicherung der Joomla-Installation erstellt.

Damit waren grundsätzlich noch alle wichtigen Bestandteile vorhanden:

  • Joomla inklusive Erweiterungen und Templates
  • Vollständige SQL-Datenbank
  • Hochgeladene Bilder und andere Dateien
  • Sämtliche Blogbeiträge und deren Inhalte

Um auf die Inhalte zugreifen zu können, wollte ich die damalige Website möglichst vollständig wiederherstellen.

Linux-VM als Zwischenlösung

Anstatt zu versuchen, die alte Joomla-Version auf einem aktuellen Webserver zum Laufen zu bringen, erstellte ich eine separate virtuelle Maschine.

Der Grund dafür war relativ einfach: Die Joomla-Installation stammte aus dem Jahr 2017 und damit auch ihre technischen Anforderungen. Insbesondere die damals verwendeten Versionen von PHP, MySQL und Apache waren entsprechend alt und teilweise nicht mehr verfügbar beziehungsweise auf einem aktuellen Betriebssystem nicht mehr ohne Weiteres installierbar.

Eine solche Anwendung direkt auf einem aktuellen Webserver wieder in Betrieb zu nehmen, ist selten eine gute Idee. Funktionen werden aus neueren PHP-Versionen entfernt, Erweiterungen verändern sich und auch Datenbanken sowie Webserver entwickeln sich weiter.

Die VM bot mir dagegen eine unkomplizierte Umgebung, in der ich die für Joomla benötigten alten Softwarestände verwenden konnte, ohne meine aktuelle Infrastruktur verändern zu müssen, die ich auch nach Bedarf ein- und ausschalten konnte.

Wiederherstellung mit Akeeba Backup

Für die eigentliche Wiederherstellung konnte ich auf das Werkzeug zurückgreifen, mit dem das Backup ursprünglich erstellt worden war: Akeeba Backup. Glücklicherweise wird Akeeba auch heute noch aktiv gepflegt und selbst die benötigten Installationsdateien aus dem Jahr 2017 waren noch verfügbar.

Nach der Einrichtung der passenden Umgebung konnte ich das Backup einspielen und die Joomla-Installation inklusive Datenbank wiederherstellen.

Ganz fehlerfrei funktionierte die wiederhergestellte Installation allerdings nicht. An verschiedenen Stellen traten Fehlermeldungen auf, einige Menüs im Admin-Backend waren nicht mehr zugänglich und auf manchen Seiten gab es Darstellungsfehler.

Für meinen eigentlichen Zweck war das jedoch ausreichend: Die alten Beiträge und die dazugehörigen Inhalte waren wieder zugänglich.

Migration von Joomla nach WordPress

Mein aktueller Blog basiert nicht mehr auf Joomla, sondern auf WordPress. Die alten Beiträge mussten daher aus Joomla in die neue WordPress-Installation übernommen werden.

Natürlich gibt es dafür verschiedene Migrationstools und Plugins. Mein erster Ansatz bestand deshalb darin, die Inhalte möglichst automatisiert zu übertragen.

In der Praxis funktionierte das allerdings nicht so zuverlässig, wie ich es mir vorgestellt hatte. Je nach Beitrag gab es Probleme mit Formatierungen, Bildern, HTML-Strukturen oder anderen Joomla-spezifischen Eigenheiten. Eine automatisierte Migration hätte anschließend ohnehin eine umfangreiche Nachbearbeitung erfordert.

Irgendwann stellte sich deshalb die Frage: Wie viel Zeit spare ich durch die Automatisierung?

Die Antwort war in meinem Fall: Nicht besonders viel.

Manuelle Migration

Ich entschied mich deshalb für die vermeintlich altmodische Variante und portierte jeden relevanten Beitrag einzeln per Hand.

Der alte Joomla-Blog lief dabei innerhalb der VM und diente mir als Referenz. Parallel dazu legte ich die entsprechenden Kategorien und Beiträge im neuen WordPress-Blog neu an. Dabei übernahm ich nicht einfach den alten HTML-Code, sondern nutzte die Gelegenheit, die Inhalte direkt aufzuräumen.

Je nach Artikel bedeutete das beispielsweise:

  • Texte und Formatierungen übernehmen
  • Überschriften neu strukturieren
  • Bilder übertragen
  • Links überprüfen
  • Codeblöcke neu formatieren
  • Veraltete Informationen korrigieren oder entfernen
  • Darstellung an das aktuelle WordPress-Theme anpassen

Das dauerte natürlich länger als ein erfolgreicher automatischer Import. Dafür hatte ich anschließend jeden einzelnen Artikel noch einmal in der Hand.

Gerade bei technischen Artikeln, die teilweise fast zehn Jahre alt sind, war das letztlich sogar ein Vorteil.

Fazit

Das Projekt hat mir noch einmal gezeigt, dass ein vorhandenes Backup nicht automatisch bedeutet, ein altes System Jahre später problemlos wiederherstellen zu können.

Neben den eigentlichen Daten müssen auch die passenden Rahmenbedingungen rekonstruierbar sein. Dazu gehören Installationsdateien, Betriebssystem sowie kompatible Versionen aller Software-Komponenten und -Pakete. Dabei dürfen auch deren Abhängigkeiten nicht vergessen werden, die beispielsweise unter Linux bei der ursprünglichen Installation automatisch über die Paketverwaltung installiert wurden.

Gerade bei älteren Systemen kann es schwierig werden, die damals verwendeten Versionen und die benötigten Abhängigkeiten überhaupt noch zu beschaffen.

Auch Update- und Migrationspfade sind nicht unbegrenzt verfügbar. Benötigte Zwischenversionen können verschwinden, Erweiterungen werden nicht mehr gepflegt oder ein ehemals unterstützter Upgrade-Pfad ist mit aktuellen Versionen nicht mehr möglich.

Ein Backup ist daher zwar eine wichtige Grundlage, garantiert aber nicht die langfristige Wiederherstellbarkeit eines Systems. Wer ein System über viele Jahre archivieren möchte, sollte deshalb nicht nur die Daten sichern, sondern auch die benötigten Installationsmedien, Softwarestände und Abhängigkeiten berücksichtigen.

In meinem Fall ließ sich die alte Joomla-Installation glücklicherweise noch einmal zum Leben erwecken und die relevanten Beiträge fanden anschließend ihren Weg in den neuen WordPress-Blog.

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