Über die Jahre haben sich bei uns dutzende Ordner mit Unterlagen zu Arbeit, Banken, Haus, Versicherungen, Verträgen und vielen weiteren Themen angesammelt. Diese möchte ich Schritt für Schritt digitalisieren und mit den bereits vorhandenen digitalen Dokumenten zusammenführen.
Gleichzeitig werden die bisher getrennten Unterlagen meiner Frau und mir zu einer gemeinsamen Familienablage. Mit unseren Kindern kommen stetig weitere Dokumente hinzu. Dabei möchte ich vermeiden, aus dem Papierchaos einfach ein digitales Chaos zu machen und vor allem eine Struktur schaffen, die auch für andere langfristig nachvollziehbar bleibt.
In diesem Artikel beschreibe ich daher mein einheitliches Namensschema für Dokumente, die verwendeten Delimiter (Trennzeichen) und den Zweck der einzelnen Bestandteile.
Namensschema
Das grundlegende Schema für Dateinamen lautet:
YYYY-MM-DD_bezug_dokumenttyp[_beschreibung][_vXX].ext
Die Beschreibung (_beschreibung) ist optional und dient als Freitextfeld zur genaueren Einordnung des Dokuments, wenn bezug und dokumenttyp allein nicht ausreichend aussagekräftig sind.
Die Versionsnummer (_vXX) ist optional und wird nur verwendet, wenn mehrere Bearbeitungsstände desselben Dokuments existieren. Dabei steht XX für eine zweistellige, fortlaufende Versionsnummer, beispielsweise v01, v02 oder v03.
Der Unterstrich (Underscore) _ trennt die einzelnen Bestandteile des Namensschemas – vergleichbar mit Feldern einer Datenbank. Der Bindestrich (Hyphen) - verbindet hingegen mehrere zusammengehörige Wörter innerhalb eines Bestandteils.
Schreibweise
Für die Dateinamen gelten folgende einheitliche Regeln:
- ausschließlich Kleinbuchstaben
- keine Leerzeichen
- einzelne Felder werden mit
_getrennt - Wörter innerhalb eines Feldes werden mit
-getrennt bzw. verbunden - Umlaute werden ersetzt:
ä→aeö→oeü→ueß→ss
- keine abweichenden Sonderzeichen
- ursprüngliche Dateiendung beibehalten
Bestandteile
| Bestandteil | Bedeutung | Vorgabe | Beispiel |
|---|---|---|---|
YYYY-MM-DD | Datum des Dokuments | Es wird grundsätzlich das Datum des Dokuments verwendet, nicht das Download-, Scan- oder Ablagedatum. Falls kein Datum vorhanden ist, wird das Erstelldatum verwendet. | 2026-03-08 |
bezug | Person, Firma, Behörde oder Organisation | Verwendet wird die Person oder Stelle, über die das Dokument später am ehesten gesucht bzw. zugeordnet wird. | toom |
dokumenttyp | Art des Dokuments | Möglichst kurze und einheitliche Bezeichnung aus den definierten Dokumenttypen. | rechnung |
beschreibung | Inhaltliche Präzisierung | Freitext zur genaueren Beschreibung des Dokuments. | gartenhaus |
vXX | Versionsnummer | Nur bei mehreren Bearbeitungsständen. Zweistellig und fortlaufend. | v01 |
.ext | Dateiendung | Entspricht dem jeweiligen Dateiformat. | .pdf |
Dokumenttyp
Der Dokumenttyp beschreibt möglichst eindeutig die Art oder den Inhalt des Dokuments. Dabei werden möglichst einheitliche und wiederkehrende Bezeichnungen verwendet.
Beispiele für Dokumenttypen:
- abrechnung
- angebot
- antrag
- bestaetigung
- bescheinigung
- bescheid
- garantie
- gutschrift
- kontoauszug
- kuendigung
- lieferschein
- mahnung
- nachweis
- protokoll
- rechnung
- schreiben
- steuererklaerung
- urkunde
- versicherungsschein
- vertrag
- vollmacht
- zeugnis
Die Dokumenttypen werden bewusst verallgemeinert und auf wenige einheitliche Begriffe reduziert. So wird beispielsweise unabhängig vom konkreten Inhalt möglichst vertrag statt arbeitsvertrag, mietvertrag oder versicherungsvertrag verwendet. Dadurch entstehen weniger unterschiedliche Bezeichnungen und die Suche nach bestimmten Dokumentarten wird einfacher und zuverlässiger. Der konkrete fachliche Bezug ergibt sich aus den übrigen Bestandteilen des Dateinamens.
Versionierung
Die Versionierung wird nur verwendet, wenn tatsächlich mehrere Bearbeitungsstände desselben Dokuments aufbewahrt werden sollen.
Die Nummerierung beginnt bei v01 und wird fortlaufend erhöht:
v01
v02
v03
Es werden keine Unterversionen wie v01.1, v01.2 oder v02.1 verwendet.
Bei einem unveränderten bzw. einmalig abgelegten Dokument wird keine Versionsnummer angegeben.
Vor- und Nachteile
Das Namensschema ist bewusst einfach gehalten und soll vor allem eine langfristig einheitliche und nachvollziehbare Ablage ermöglichen. Daraus ergeben sich sowohl Vorteile als auch einige Einschränkungen.
| Bereich | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Sortierung | Durch das vorangestellte Datum werden Dokumente automatisch chronologisch sortiert. | Bei mehreren relevanten Datumsangaben muss entschieden werden, welches Datum maßgeblich ist. |
| Suchbarkeit | Einheitliche Begriffe erleichtern die gezielte Suche über große Dokumentenbestände hinweg. | Abweichende oder uneinheitliche Schreibweisen können die Suchergebnisse verschlechtern. |
| Übersichtlichkeit | Wesentliche Informationen sind bereits am Dateinamen erkennbar, ohne das Dokument öffnen zu müssen. | Zusätzliche Beschreibungen können zu längeren Dateinamen führen. |
| Ordnerunabhängigkeit | Dokumente bleiben auch außerhalb ihrer ursprünglichen Ordnerstruktur verständlich und zuordenbar. | Nicht alle Informationen und Zusammenhänge lassen sich sinnvoll im Dateinamen abbilden. |
| Einheitlichkeit | Neue und nachträglich digitalisierte Dokumente können nach denselben Regeln abgelegt werden. | Das Schema funktioniert nur dauerhaft, wenn es konsequent angewendet wird. |
| Skalierbarkeit | Das Schema eignet sich auch für einen über viele Jahre wachsenden Dokumentenbestand und mehrere Personen. | Mit zunehmendem Bestand wird die konsequente Verwendung standardisierter Begriffe wichtiger. |
| Automatisierung | Der klar definierte Aufbau ermöglicht eine spätere maschinelle Verarbeitung, Prüfung oder automatische Ablage. | Fehler oder Abweichungen vom Schema können die automatische Verarbeitung erschweren. |
| Portabilität | Die Benennung funktioniert unabhängig von einer bestimmten Ordnerstruktur oder Dokumentenmanagement-Software. | Spezifische Funktionen eines DMS, etwa separate Metadatenfelder, werden durch Dateinamen allein nicht ersetzt. |