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Sicherheit und Netze (Teil 5)

In dem Fach Sicherheit und Netze werden Schutzziele und Schutzmechanismen für die Kommunikation in Netzen behandelt. Im letzten Teil der Zusammenfassung werden der Einsatz von sicheren E-Mails und Angriffen auf der Anwendungsschicht erläutert.

Skript-Anfang01EinfuehrungSicherheitUndNetze – Seite 1
Skript-Ende15SicherheitTransportschicht – Seite 51

Sichere Electronic Mail

Architektur eines E-Mail Systems

Welche Risiken gibt es?

  • Viele Transit-Systeme zwischen Sender und Empfänger
  • Unverschlüsselte Nachrichten können gelesen werden

Welche Schutzziele sind betroffen?

  • Vertraulichkeit – Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Integrität – Digitale Signaturen und MAC
  • Authentizität – Digitale Signaturen
  • Unwiderrufbarkeit – Digitale Signaturen

Wie sieht die Infrastruktur aus?

  • User Agent (UA)
  • Message transfer agent (MTA)
  • Message access agent (MAA)

Wie sind E-Mails aufgebaut?

  • Header, Leerzeile und Body in 7-Bit ASCII-Format
  • MIME als notwendige Erweiterung
  • Keine Verfahren für Schutzziele (brauchte man nicht)

Multipurpose Internet Mail Extension (MIME)

Was bringt MIME?

  • Nicht-ASCII-Daten in ASCII transformieren
  • Binäre Attachments (PDF-Dateien übertragen)
  • Mehrfache Bodies (Mehrere Bilder anzuhängen)
  • Unterstützung von nicht-ASCII-Zeichen
  • Stellt keine Sicherheitsdienste zur Verfügung

Wie sieht der MIME-Header aus?

  • Typen und Subtypen (HTML, JPG, etc.)
  • Formate (7 Bit, 8 Bit, etc.)
  • Eindeutige Kennzeichnung der Nachricht

Pretty Good Privacy (PGP)

Welches Konzept liegt PGP zu Grunde?

  • Vertraulichkeit durch Verschlüsselung mit Sitzungsschlüssel
  • Sender erzeugt diesen Sitzungsschlüssel
  • PGP nutzt nur bestehende Krypto-Algorithmen (ausreichend getestet)
  • Präprozessor liefert signierten Chiffretext in base64-Darstellung
  • Ergebnis wird als Mime-kompatibler E-Mail-Anhang versandt

Welche Verfahren nutzt PGP?

  • Vertraulichkeit mit International Data Encryption Algorithm (IDEA)
  • Datenintegrität mit MD5
  • Sitzungsschlüssel mit RSA
  • Authentisierung durch digitale Signatur
  • Kompression der Daten

Was sind Schlüsselringe?

  • Jeder Sender besitzt einen öffentlichen Ring für die öffentlichen Schlüssel alle Empfänger
  • Jeder Sender besitzt einen privaten Ring für ihre privaten und öffentlichen Schlüsselpaare
  • Der Sender kann seine Schlüssel beliebig wechseln
  • Der Sender kann pro Gruppe ein eigenes Schlüsselpaar bestimmen

Worin unterscheiden sich X.509 und PGP?

 X.509PGP
Signatur1n
AusgestelltVon der CASelbsterstellte Schlüssel und Zertifikate
E-MailTeil des ZertifikatsIn das Signaturpaket eingebunden
VertrauensmodellHierarchieFlach
VerteilungPKIDatenträger, Download und Web of Trust

Wie funktioniert PGP?

  • Jeder kennt den öffentlichen Schlüssel des anderen
  • PGP wendet die Hash-Funktion MD5 auf die Nachricht P an
  • PGP verschlüsselt das Ergebnis mit dem privaten RSA-Schlüssel DA
  • Der verschlüsselte Hash und die ursprüngliche Nachricht werden komprimiert
  • Dokument ist verschlüsselt und signiert
  • Der Empfänger führt zur Entschlüsselung alle Schritte umgekehrt aus

Welchen Nachteil hat PGP?

  • Kompromittierte Schlüssel sind schwierig zurückzurufen, da eine Infrastruktur ähnlich einer PKI nicht existiert

PGP-Zertifikate und Web of Trust

Was ist das Web of Trust?

Secure / Multipurpose Internet Mail Extension (S/MIME)

Welche Vorteile bieten PKIs in geschlossenen Gruppen?

  • Standardisiertes Sicherheitsprotokoll
  • Konzept zum Senden und Empfangen geschützter Daten im MIME-Format
  • Leistet Authentikation, Nachrichtenintegrität, Unwiderrufbarkeit und Vertraulichkeit
  • Erweitert die Content Types um mehrere Sicherheitsdienste

Welche Content Types bietet S/MIME?

  • Signed-Data Content Type – Sichert die Integrität der Daten
  • Enveloped-Data Content Type – Daten vertraulich übertragen

Angriffe in der Anwendungsschicht

Vielfalt der Angriffe auf die IT-Infrastruktur

Welche Schutzziele sind betroffen?

  • Vertraulichkeit – Spionage
  • Integrität – Manipulation von Daten
  • Verfügbarkeit – Immer verfügbare Daten und Dienste
  • Authentisierung – Unberechtigter Zugriff

Welche Probleme gibt es?

  • Ein geteiltes Medium für Teilnehmer
  • Unverschlüsselte verbindungslose Kommunikation
  • Keine Paketüberwachung
  • Heterogene Systeme
  • Fehlende Authentikationsmechanismen
  • Abhängigkeit von Routing und Namensdiensten

Domain Name Systems (DNS)

Was ist DNS?

  • Umsetzung von IP-Adresse und URL
  • Hierarchische Struktur
  • Autoritative DNS-Server enthalten Originaldaten
  • Nicht-autoritative DNS-Server enthalten Kopien (Schwachstelle)
  • Clients fragen meist bei Nicht-autoritativen Servern an

Wie sieht das Nachrichtenformat aus?

  • Gleicher Aufbau für Query und Reply
  • Identifizierung über Flags und ID

Missbrauch des DNS für eine Man-in-the-Middle-Attack

Was ist das prinzipielle Verfahren?

  • Trudy platziert ihre IP-Adresse bei Bobs DNS-Eintrag
  • Alle Anfragen von Alice landen deshalb bei Trudy
  • Trudy leitet nach dem Auslesen bzw. Manipulieren die Daten zu Bob weiter

Wie muss sich der Angreifer vorbereiten?

  • Trudy richtet sich eine eigene Domain ein
  • Trudy benötigt eigene DNS-Server und Webserver
  • Alices DNS-Server hat keinen Eintrag (mehr) für Bobs-Adresse
  • Trudy kennt die öffentliche IP-Adresse von Alices DNS-Server
  • Trudy muss schnell sein

Wie funktioniert es?

  1. Um die Sequenznummer zu erfahren, fragt sie einen eigenen DNS-Eintrag an
  2. Aus ihrem DNS-Server entnimmt sie dann den ungefähr aktuellen Wert
  3. Trudy fragt nach dem DNS-Eintrag für Bobs Homepage
  4. Alices DNS-Server fragt beim Top-level Server an
  5. Trudy blockiert (flooded) den Top-level Server
  6. Trudy liefert die falsche Adresse zu Alices DNS-Server
  7. Da UDP genutzt wird, erkennt dieser nicht den Angriff
  8. Die verzögerte Antwort des Top-level Servers wird verworfen

Welche Schwachstellen werden dabei ausgenutzt?

  • Keine Authentisierung über die Absender-IP-Adresse möglich
  • Umleitung durch ARP-Spoofing oder Manipulation der Routing-Information
  • Daten können unterwegs manipuliert werden
  • An nicht-autoritative Server können gefälschte Informationen gesandt werden

DNS um Sicherheitsdienste erweitern (DNSSEC)

Was ist DNSSEC?

  • Schutz vor cache poisoning
  • DNSSEC wird von allen Root-Servern benutzt
  • Authentisierung durch digitale Signatur der Resource Records
  • Eigene Zertifikate für jeden DNS-Server wären zu teuer
  • Autonome Vertrauenshierarchie mit selbstsignierten Schlüsseln
  • Records werden zu RRsets gruppiert und signiert

Welche Dienste stellt DNSSEC bereit?

  • Nachweis der Herkunft der Daten (Datenursprungsauthentifizierung)
  • Sicherung der Datenintegrität
  • Beweis nicht-existierender Namen

Welche Schlüssel gibt es?

  • Key Signing Keys (KSK) für die Zonen – Mehr Sicherheit durch Länge
  • Zone Signing Keys (ZSK) für Resource Records – Weniger Ressourcen
  • ZSK werden nach einem Zeitintervall ersetzt
  • ZSK werden durch jeweiligen KSK signiert
  • KSK werden vom höheren KSK signiert

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