In dem Fach Sicherheit und Netze werden Schutzziele und Schutzmechanismen für die Kommunikation in Netzen behandelt. Im zweiten Teil der Zusammenfassung werden Verschlüsselungsverfahren und Betriebsmodi behandelt.
Skript-Anfang
01EinfuehrungSicherheitUndNetze – Seite 1
Skript-Ende
15SicherheitTransportschicht – Seite 51
Chiffren
Als Geheimtext (auch Chiffrat, Chiffre, Chiffretext, Ciphertext, Kryptogramm, Kryptotext oder Schlüsseltext) wird in der Kryptographie der Text genannt, der durch Verschlüsselung mit Hilfe eines kryptographischen Verfahrens und unter Verwendung eines Schlüssels derart verändert wurde, dass es nicht mehr möglich ist, dessen Inhalt zu verstehen.
Kryptoanalyse
Wofür ist die Kryptoanalyse gut?
Entschlüsseln geheimer Nachrichten
Verwundbarkeit eines bestehenden Kryptosystems aufzuzeigen
Grundlagen
Wofür stehen diese Namen?
Alice – Sender
Bob – Empfänger
Eve – Eavesdropper bzw. Zuhörer
Trudy – Intruder bzw. Eindringling
Welche Regeln gelten für Chiffren?
Das Alphabet ist der gesamte zur Verfügung stehende Zeichenvorrat
Der Klartext wird mit kleinen Buchstaben dargestellt (a-z)
Der Geheimtext wird mit großen Buchstaben dargestellt (A-Z)
Buchstaben werden auch als Zahlen dargestellt (0-25 oder 1-26)
Welche Notationen gibt es?
Klartext P (plaintext)
Verschlüsselungsalgorithmus E (encryption)
Entschlüsselungsalgorithmus D (decryption)
Geheimer Schlüssel k (secret key)
Geheimtext C (ciphertext)
X – Xs Identität
RX – Zufallswert von X
KX – Schlüssel von X
Zeitstempel t (timestamp)
Wie sind Chiffren aufgebaut?
Eine Kombination aus Substitutions- und Transpositionschiffren
Garantieren Chiffren die Integrität von Daten?
Nein, ein Angreifer kann auch ohne den Schlüssel Bytes ersetzen und mit zufälligen Daten füllen
Das Nachrichtenformat ist dem Angreifer womöglich bekannt
Diese neuen Nachrichten müssen aber keinen Sinn ergeben (Artikel-Menge = ABC)
Er kennt zwar nicht den Inhalt, aber kann dennoch Schaden verursachen
Kerckhoffs Prinzip
Welche Anforderungen gelten an Algorithmen?
Algorithmen, deren Stärke nur von deren Geheimhaltung abhängt, sind mangelhaft
Algorithmen sollten deshalb öffentlich sein
Die Widerstandsfähigkeit muss allein von dem geheimen Schlüssel abhängen
Das Erraten des Schlüssels darf in keinem vernünftigen Zeitraum möglich sein
Die Länge des Schlüssels muss ein wesentlicher Faktor sein (exponentielles Wachstum pro Bit)
Transpositionschiffren
Was sind Transpositionschiffren?
Verschlüsselungsverfahren bei dem die Position der Symbole im Klartext vertauscht wird
MAX transponiert zu folgenden Geheimtexten → MAX, MXA, XAM, XMA, AMX und AXM
Sender und Empfänger einigen sich auf eine Blockgröße und Padding-Verfahren
Zeilenweise Einlesen und spaltenweise Auslesen (oder umgekehrt)
Wie funktionieren Transpositionschiffren ohne Schlüssel?
wie geht es dir nils → WDIIERGNEIHLTSEASB
w
i
e
g
e
h
t
e
s
d
i
r
n
i
l
s
a
b
Wie funktionieren Transpositionschiffren mit Schlüssel?
Die Länge und Zeichen des Schlüssels entsprechen den Spalten im Block
hallo denise → DXLSANHEILOE mit dem Schlüssel 6|4|2|1|3|5
1
2
3
4
5
6
h
a
l
l
o
d
e
n
i
s
e
X
6
4
2
1
3
5
D
L
A
H
L
O
X
S
N
E
I
E
Substitutionschiffren
Was sind Substitutionschiffren?
Verschlüsselungsverfahren bei dem Symbole des Klartexts durch andere Symbole ersetzt werden
Sie verwenden mono- oder polyalphabetische Chiffren
Monoalphabetischen Chiffren
Was sind monoalphabetischen Chiffren?
Einfache Substitutionschiffren mit statischer Zuordnung
Verwundbar gegen statistische Angriffe (Wegen dem Monoalphabetismus)
Verwundbar gegen ciphertext-only Attacken (Wegen dem kleinen Schlüsselraum)
Additive Chiffren
Multiplikative Chiffren
Affine Chiffren
Was sind additive Chiffren?
Die Caesar-Chiffre ist ein typischer Vertreter
Zeichen verschieben sich um einen konstanten Wert (A → B, … , Z → A)
Bei n Zeichen im Alphabet gibt es n Schlüssel (Aber nur n-1 sinnvolle Geheimtexte)
Bei 26 Zeichen im Alphabet gibt es 26 Schlüssel
Sobald ein Zeichen entschlüsselt wurde, ist die Chiffre gebrochen
C = (P + k) mod n
P = (C – k) mod n
a
b
c
d
e
f
g
0
1
2
3
4
5
6
3
4
5
6
7
8
9
D
E
F
G
H
I
J
Was sind multiplikative Chiffren?
Die Zeichen des Alphabets werden durch Zahlen ersetzt
Symbole des Klartexts P werden mit dem Schlüssel multipliziert
Die Anzahl der Schlüssel ist geringer als bei additiven Chiffren
Bei 26 Zeichen gibt es 12 Schlüssel (nur teilerfremde Zahlen zum Alphabet)
Sobald ein Zeichen entschlüsselt wurden, ist die Chiffre gebrochen
C = (P * k) mod n
P = (C * k) mod n
a
b
c
d
e
f
g
0
1
2
3
4
5
6
0
3
6
9
12
15
18
A
D
G
J
M
P
S
Was sind affine Chiffren?
Kombination aus additiven und multiplikativen Chiffren
Man Benötigt zwei Schlüssel
Es gibt bei 26 Zeichen 312 Schlüsselkombinationen (= 12 * 26)
Sobald zwei Zeichen entschlüsselt wurden, ist die Chiffre gebrochen
C = (P * k1 + k2) mod n
P = (C * k1 + k2) mod n
a
b
c
d
e
f
g
0
1
2
3
4
5
6
3
6
9
12
15
18
21
D
G
J
M
P
S
V
Polyalphabetische Chiffren
Was sind polyalphabetische Chiffren?
Komplexere Substitutionschiffre zur Abwehr von statistischen Angriffen mit flexiblen Zuordnungen
Der Schlüssel wird durch einen Schlüsselstrom ersetzt
Dadurch hängt die Substitution von den Positionen des Klartexts und des Schlüsselstroms ab
Ci = (Pi + Ki) mod n
Pi = (Ci – Ki) mod n
a
a
b
b
0
0
1
1
A
B
A
B
0
1
0
1
0
1
1
2
A
B
B
C
Was ist die Autokey Cipher?
Eine einfache polyalphabetische Chiffre
Ein zufälliges Startsymbol und der Klartext bilden den Schlüsselstrom
Ci = (Pi + Pi+1) mod n
Pi = (Ci – Ki+1) mod n
Symmetrische Verschlüsselung
Was ist symmetrische Verschlüsselung?
Sender und Empfänger verwenden den gleichen Schlüssel
Der Schlüssel muss über einen sicheren Kanal ausgetauscht werden
Ent- und Verschlüsselung sind mathematische Funktionen
Jede Funktion verwendet einen Text und Schlüssel als Parameter
Es gilt P=DK(EK(P))
Wie lang muss der symmetrische Schlüssel sein?
64 Bit
128 Bit
Wie läuft die symmetrische Verschlüsselung ab?
Schlüsselaustausch über einen sicheren Kanal
Verschlüsseln: C=EK(P)
Kommunikation über einen unsicheren Kanal
Entschlüsseln: P=DK(C)
Betriebsmodus
Ein Betriebsmodus oder eine Betriebsart ist ein Verfahren, das beschreibt, wie mit einer Blockchiffre Nachrichten verschlüsselt werden. Erst die Kombination von Blockchiffre und Betriebsmodus erlaubt es, Nachrichten zu verschlüsseln, die länger sind als die Blocklänge. Üblicherweise wird dazu die Nachricht in mehrere Blöcke aufgeteilt und durch Padding auf eine passende Länge gebracht. Ein Initialisierungsvektor (IV) kann das Verfahren zusätzlich unabhängig vom verwendeten Schlüssel randomisieren.
Grundlagen
Was sind Blockchiffren?
Deterministisches Verschlüsselungsverfahren
Ein Klartext fester Länge wird auf ein Chiffrat fester Länge abgebildet
Die genaue Transformation wird dabei durch einen Schlüssel bestimmt
Die Verarbeitung der Eingabe erfolgt in mehreren gleich aufgebauten Runden
Was sind die Nachteile von Blockchiffren?
Symmetrische Schlüssel erfordern einen sicheren Kanal zum Austausch
Alle Blockchiffren stellen monoalphabetische Verschlüsselungen her
Blöcke mit gleichem Klartext liefern jeweils den gleichen verschlüsselten Text (Mustererkennung)
Was sind die Ziele von Betriebsmodi?
Verschlüsselung von Texten, die länger als 1 Block sind
Blockchiffren als Stromchiffren für Echtzeitanwendung verwenden
Herzlich willkommen! Ich bin Max, ein Informatiker mit über 15 Jahren Berufserfahrung. Hier teile ich meine Leidenschaften, Erlebnisse und Perspektiven. Ich lade dich ein, gemeinsam mit mir auf eine Entdeckungsreise zu gehen.
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