Heute habe ich einen Vortrag zum Thema Kulturstandards lernen und verstehen gehalten. Der Vortrag ist mit 1.3 bewertet worden.
Kulturstandards lernen und verstehen II: Frankreich
„So nah und doch so fern“
Leitfragen des Vortrags
Was sind französische Kulturstandards?
Worin äußern sich diese in interkulturellen Begegnungen?
Beziehung
Vor dem 2. Weltkrieg
Frankreich und Deutschland gelten als Erbfeinde
Angeblich: Ständiger unvermeidbarer Konflikt
Tatsächlich: Frankreich als Vorbild für viele Fürstentümer
Nach dem 2. Weltkrieg
Notwendigkeit der gemeinsamen Stärke
Konsequente Abschaffung der Erbfeindthese
Betonung der Wichtigkeit als Europas Kern
Heute
Frankreich als wichtiges Import- und Exportland
Wichtigster politischer Partner in Europa
„Deutsch-französischen Motorfunktion“
Ausprägung der Standards
Trotz ihrer Nähe haben sie sich unterschiedlich entwickelt
Beide Länder haben aber keine extremen Ausprägungen
Dennoch gibt es systematische Konflikte
Übersicht der Standards
Frankreich
Deutschland
Kommunikationsstil
Implizit
Explizit
Problemlösungsstrategien
Global strategisch
Regelorientiert spezifisch
Rationalität
Personenorientiert
Sachorientiert
Zeitmanagement
Simultan
Konsekutiv
Macht- und Einflusswege
External konzentriert
Internal verteilt
Entscheidungsprozesse
Dissens
Konsens
Kommunikationsstil
Frankreich
Implizite Botschaften
Dynamik und Interpretationsspielraum
Vermeidung von öffentlicher Kritik
Informations-Holschuld
Informelle Kommunikationswege
Deutschland
Explizite Botschaften
Vorausgesetzte Kritikfähigkeit
Wichtige Informationen nur auf Papier
Informations-Bringschuld
Problemlösungsstrategien
Frankreich
Globale strategische Denkweise
Maximale Anzahl von Einflüssen
Kreative und originelle Lösungen
Keine Fixierung auf einen Ausschnitt
Deutschland
Regelorientierte spezifische Denkweise
Einhaltung von Richtlinien und Prozessen
Komplexe Probleme in Teile zerlegen
Hohes Maß an Standardisierung
Rationalität
Frankreich
Starke Personenorientierung
Übergreifende Beziehungsnetzwerke
Gute und vertrauensvolle Beziehungen
Stimmige Arbeitsatmosphäre
Zufriedenstellung des Anderen als Motivator
Deutschland
Starke Sachorientierung
Klare Aufgabenverteilung
Qualität als Motivator
Gemeinsame Bewältigung von Aufgaben
Zeitmanagement
Frankreich
Simultane Handlungsstränge
Viele Handlungsstränge gleichzeitig
Abläufe werden flexibel angepasst
Terminzusagen als Absichtserklärungen
Deutschland
Konsekutive Handlungs- und Organisationsweise
Eine Zeiteinheit mit einer Tätigkeit
Klare Phasen und Prozesse
Ergänzende Schritte bei Planabweichungen
Macht- und Einflusswege
Frankreich
Externale konzentrierte Autorität
Strikte Trennung von Management und Führung
Starke Konzentration der Macht
Geringe Verantwortung und Initiative
bottom-down-Prozesse
Deutschland
Internale verteilte Autorität
Identifikation mit Zielen und Werten
Lösungen als Gruppenleistung
Flachere Hierarchien
Große Führungsspannen
Entscheidungsprozesse
Frankreich
Herausstellung verschiedener Meinungen (Dissens)
Überraschungen und Verschärfungen
Gute Beziehungen als Voraussetzung
Deutschland
Gemeinsame Entscheidung (Konsens)
Einbeziehen aller Beteiligten
Frühes Hinzuziehen von Beratern
Transparente Entscheidungsprozesse
Beispiel 1
Es wird ein wichtiges Meeting vom neuen deutschen Leiter eines französischen Standorts einberufen. Nachdem er vorzeitig gehen musste, werden von den französischen Mitarbeitern keine kritischen Punkte mehr besprochen oder notwendige Lösungen erarbeitet.
Warum kümmert sich niemand um die Lösungsfindung?
Macht- und Einflusswege und Rationalität
Beispiel 2
Ein deutscher Mitarbeiter, in einer französischen Filiale, soll die Monatszahlen präsentieren. Dabei führt er gewöhnt statistisch alle Ergebnisse und Probleme vor. Davon ist unter Anderem auch der französische Abteilungsleiter betroffen. Tage später spricht er ihn auf dem Flur an, dass seine Zahlen nicht objektiv gewesen seien.
Wieso spricht er ihn mit diesem Vorwurf auf dem Flur an?
Kommunikationsstil und Rationalität
Beispiel 3
Zwei Projektleiter, ein Deutscher und ein Franzose, arbeiten gemeinsam an einem großen Projekt. Sie wurden vom Bereichsleiter explizit dafür ausgewählt. Laut Projektorganisation ist der der deutsche Projektleiter verantwortlich für das Projekt. Sein französischer Kollege berichtet jedoch oftmals an den Bereichsleiter.
Warum gibt er die Informationen nicht an den Verantwortlichen weiter?
Macht- und Einflusswege
Beispiel 4
Ein deutscher Mitarbeiter in einem französischen Konzern arbeitet alleine an einem neuen Projekt. Als er seine Lösung vorstellen will, demonstriert der neue Abteilungsleiter, dass er ganz alleine eine eigene Lösung entwickelt hat.
Warum hat er ihn übergangen und nicht mit einbezogen?
Herzlich willkommen! Ich bin Max, ein Informatiker mit über 15 Jahren Berufserfahrung. Hier teile ich meine Leidenschaften, Erlebnisse und Perspektiven. Ich lade dich ein, gemeinsam mit mir auf eine Entdeckungsreise zu gehen.
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